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Ein NncWück.
lm zwei Uhr einer schönen Junimondnacht ging ein Kater längs desDachfirstes und schaute in den Mond. Das eine seiner Augen, vondem Strahle des Nachtgcstirnes schräg getroffen, erglänzte, wie ein grü-ner Irrwisch, das andere war schwarz, wie Küchenpech, und so glotzte erzuletzt, am Ende der Dachkante ankommcnd, bei einem Fenster hinein— und ich heraus. Die großen freundlichen Räder seiner Augen ansmich heftend, schien er befremdlich fragen zu wollen: „Was ist denndas, du lieber alter Spiel- und Stubcngenossc, daß du heute in diespäte Nacht dein Gesicht zum Fenster hinaushältst, das sonst immer rothund gesund auf dein weißen Kissen lag und ruhig schlummerte, wenn ichbei meinen Nachtgängcn gelegentlich vorbeikam und hineinschautc?"
„Ei, Trauter," crwiederte ich ihm auf die stumme Frage, „die Zei-ten haben sich nun einmal sehr geändert, das flehst du; — die weißenKissen liegen unzerknittert dort auf dem Bettgcstelle, und der Vollmondmalt die lieblich flirrenden Fensterscheiben darauf, statt daß er in meinschlummerndes Angesicht schiene, welches Gesicht ich dafür da am Simsein die Nacht hinaushalten muß, um damit schon durch drei Viertheilederselben ans den Himmel zu schauen; denn an demselben wird heute "das seltenste und tollste Gestirn cmporsteigen, was er je gesehen. Eswird zwar nicht leuchten, aber wenn »ach Verdienst gerichtet würde, soist etwas in ihm, das strahlenreicher ist, als der Blond und alle Sternezusammengerechnet, deine glänzenden Augen nicht ausgenommen, Ver-ehrtester."
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