Druckschrift 
7 (1847) Leben des Quintus Fixlein
Entstehung
Seite
63
Einzelbild herunterladen
 

ihrer Freuden angesallen: vom Volke, dessen rohe Griffe ihrenweichen Herzen nichts als Narben geben vom Schicksal,das an einer schönen Seele voll Glanz die Thränc nichtwcgnimmt, weil sonst der Glanz verginge, wie man den feuch-ten Demant nicht abwischt, damit er nicht erbleiche vomeignen Herzen, das zu viel bedarf, zu wenig genießet, zu vielhofft, zu wenig erträgt. Rosamunde war eine vom Schmerzdurchbohrte Helle Perle abgetrennt von den Ihrigen zucktesie nur noch bei Leiden fort wie ein abgeschnittener Zweigder Sensitive bei Einbruch der Nacht ihr Leben war einstiller warmer Regen, so wie das ihres Gatten ein Hellerheißer Sonnenschein sie kehrte vor ihm ihre Augen weg,wenn sie gerade aus ihrem zweijährigen stechen Kinde gewesenwaren, das in diesem Leben ein dünngeflügelter wankenderSchmetterling unter einem Schlagregen war. EugeniusPhantasie zerschlug mit ihren zu großen Flügeln das zuweiche dünne Körpergewebe; die Lilienglocke des zarten Lei-bes faßte seine mächtige Seele nicht; der Ort, wo die Seuf-zer entstehen, seine Brust, war zerstört wie sein Glück; erhatte nichts mehr in der Welt als sein liebendes Herz undnur noch zwei Menschen für dieses Herz.

Diese Menschen wollten im Frühling aus dem Strudelder Menschen gehen, der so hart und kalt an ihre Herzenauschlug: sie ließen sich eine stille Sennenhütte auf einerhohen Alpe, die der Silberkette des Staubbachs gegen-über lag, bereiten. Am ersten schönen Frühlingmorgen tra-ten sie den langen Weg zur hohen Alpe an. Es gibt eineHeiligkeit, die nur die Leiden geben und läutern; der Stromdes Lebens wird schneeweiß, wenn ihn Klippen zersplittern.Es gibt eine Höhe, wo zwischen die erhabenen Gedanken