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9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
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von Campe und Kolbe gefolgt und statt des fremden WortesPhantasie das einheimische Einbildungkraft gebraucht; denndie Pnristin und Sprachsegcrin Lenctte fing an, znznhören,sobald er nur das Wort ausgesprochen. Sie, die in der Brustnichts hatte als Eifersucht und im Kopfe nichts als die.1<nn-tnirüe, hatte alles auf die Baireuthcr I^nntnisis bezogen, wasnur der menschlichen Phantasie von beiden Männern nachge-rnhmt wurde, z. B. wie sie (die markgräsliche I'unraisia näm-lich, dachte Lenettc) selig mache durch die Schönheit ihrer hohenGeschöpfe wie nur im Genüsse ihrer Schönheiten einKnh-schnappcl zu ertragen sei (freilich, weil man an seine Na-talie denkt, dachte sie) wie sic das kahle Leben mit ihrenBlumen übcrklcidc (mit ein Paar scidneu Vergißmeinnicht,sagte Lenctte zu sich)' und wie sie (die markgräsliche d'nn-rnisi«) nicht nur die Pillen des Lebens, auch die Nüsse, jaden Paris-Apfel der Schönheit selber versilbere.

Himmel, welche Doppelsinnigkeiten von allen Ecken! Dennwie trefflich hätte Sicbcukäs den Jrrthum der Verwechslungder Phantasie mit I'nntnima widerlegen können, wenn er blosgezeigt hätte, daß von der dichterischen wenig in der mark-gräflichen zu finden sei, und daß die Natur schöne romantischeThälcr und Berge gedichtet, welche der französische Geschmackmit seinen rhetorischen Blumen- und Periodenbautcn und An-tithesen behängen und ansstasfirt, und daß Leibgebers Wortvon der Phantasie, die den Paris-Apfel versilbere, in einemandern Sinne ans ^nntnisis passe, von deren Acpfcln der Na-tur man erst das gallische Weihnachtsilber abzuschaben habe,eh' man sic anbeißt.

Kaum war Leibgcbcr zum Hanse hinaus und nach seinerGewohnheit unter das Gewitter hinein, das er gern im Freien