Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
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ge gerathen wir so leicht und Diele wandeln zu ihremgroßen Schaden daraus fort.

Biele erkennen und beherzigen nicht recht ihr geistli-ches Unvermögen darum können sie auch keinen gläubigenGebrauch von Christo machen und in ihm stark werden,sondern verlassen sich auf ihre eigene Kraft und Werke,auf ihr ehrbares und gottesdienstliches Betragen, oder blei-ben mit ihren guten Borsätzen und Entschlüßen bei sichselbst stehen und kommen nicht zum wahren Christenthum,weil sie nicht arm und blos zu Christo kommen und beiihm Alles suchen, Gerechtigkeit und Stärke.

Viele mißbrauchen auch die Wahrheit von unserm eige-nen Unvermögen zur Sicherheit in Sünden, entschuldigendamit ihre Unbußfertigkeit und Nachläßigkeit in der Sor-ge für ihr Seelenheil, weisen damit alle Aufforderung zurBekehrung und Gottseligkeit ab, daß der Mensch aussich nichts thun könne, statt sich zu Zesu zu wenden undbei ihm die Kraft zu suchen, die er uns anbeut. Man-cher, der dem Trunk, dem Zorn, der Wollust ergeben oderein Sclave anderer böser Leidenschaften ist, entschuldigtsich so gern mit der menschlichen Schwachheit, wenn erseine Sünde nicht leugnen kann. Kommt alle mit eurenSünden und Banden als Arme und Gefangene zu Christo,der euch mit seiner Gnade im Evangelio entgegen kommt,der retten kann und will, Alle die zu ihm treten.

Auch Gläubige weichen noch viel zur Rechten und zurLinken ab, verlassen sich zu viel auf sich und folgen imSelbstvertrauen ihrem Rath und Willen z bleiben nichtsorgfältig bei Zesu und brauchen die ihnen geschenkte Kraftnicht nur nach seinem Willen und zu seiner Ehre, oderlegen sich zu viel hinter ihr Unvermögen, wenn sie zuschweren Pflichten und Leiden, Eifer und Fleiß im Gutenaufgefordert werden. Suchet dann auch ihr stärker zuwerden in dem Herrn, damit ihr endlich sagen könnt:ich vermag Alles durch den, der mich mächtig macht,Christum. Amen!