253
Uebrigens steh ich sehr gut mit den Menschen hier,gewinne täglich mehr Liebe und Zutrauen, und cs wird nurvon mir abhängen zu nuzzcn und glücklich zu seyn. Ichwohne vor der Stadt in einem sehr schönen Thale woder Frühling jetzt sein Meisterstück macht. Aus unsrerlezten Schwcizerrcise ist alles nach Wunsch gegangenund wir sind mit vielem Guten beladen zurückgekommen.
Für Henningsens Deducktion dank ich. Das Gedichtkenn ich nicht und die ganze Sache zeugt von nicht sehr-klaren Begriffen. Adieu Grüsse Frau und Kinder undbehaltet mich lieb. Pfingstsonntag 1780.
Goethe.
Dass dir Oberon so wohl gefällt könnt ich denken,cs ist ein ganz trefflich Gedicht. Wenn ein DcutscherDichter ist so ist erö. Meine Schriststellerey subordinirtsich dem Leben, doch erlaub ich mir, nach dem Beyspieldes grosen Königs der täglich einige Stunden auf dieFlöte wandte, auch manchmal eine Uebung in dem Ta-lente das mir eigen ist. Geschrieben liegt noch viel,fast noch einmal so viel als gedruckt, Plane Hab ich^auch genug, zur Ausführung aber fehlt mir Sammlungund lange Weile. Verschiedenes Hab ich für'S hiesige Lieb-haber Theater, frcvlich meist bonventionsmäsig ausgc-münzt. Adieu.