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Goethe nn Kellner.
Wartburg d. 28. Sept. 77.
Lieber Kestner, nicht dass ich euch vergessen habe,sondern dass ich im Zustande des Schweigens bin gegenalle Welt, den die alten Weisen schon angerathen habenund in dem ich mich höchst wohl befinde, indess sich vieleLeute mit Mährchen von mir unterhalten, wie sie sichehmals von meinen Mährchen unterhielten. Wenn ihrskönntet auf euch gewinnen, und mir mehr schriebt, odernur manchmal, ohne Antwort, glaubt dass mirs ewigwerth ist, denn ich seh euch leben und glücklich seyn. —Einen Rath verlangt ihr! Aus der Ferne ist schweerrathen! Aber der sicherste, treuste, erprobteste, ist: bleibtwo ihr seyd. Tragt diese oder iene Unbequemlichkeit,Verdruss, Hintansezzung u. s. w. weil ihrs nicht besserfinden werdet wenn ihr den Ort verändert. Bleibt festund treu auf eurem Plazze. Fest und treu auf EinemZweck, ihr seyd ia der Mann dazu, und ihr werdetVordringen durchs bleiben, weil alles andre