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Goethe und Werther : Briefe Goethe's, meistens aus seiner Jugendzeit ; mit erläuternden Documenten
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86 .

Goethe an Lotte.

(Frankfurt den 31. Oct. 1773.)

Ich weis nicht liebe Lotte ob meine MuthmasungGrund hat, dass Sie in kurzem ein Negliglce brauchenwerden, wenigstens kommt mirs so vor. Und da icküber diesen wichtigen Punct nachdachte, sprach ich zumir selbst: Sie geht gerne weis, alles Nesscltuch istverbannt im Winter, außer gesteppt und da sieht siezu altmütterlich drinn aus ic. hierüber trat die vorsichtigeGöttin der Mode zu mir und überreichte mir beykom-mendes Zeug, das ausser der Dauer alle Qualitäten hat.Es ist Nesseltuch, hat also alle dessen Tugenden, dieAtlassstreifen machen es zur Wintertracht; kurz und gut,zum Schneider mit, dass der aber sein säuberlich verfahre.lW es darf mit keiner andern Farbe als weis gefüttertwerden, die ich gesehen habe, hatten weis Leinwanddrunter. Das Stück gibt iust ein Negligee, über Poschen.

Zugleich überschicke auch, die hinterlasscne Läppchendes blau und weisen Nachtiäckchens, und bitte über die