l.öl
63 .
Goethe an Kestner.
aee. d. 12. Apr. 73. Wetzl.
Da tuht ihr wohl Kestner daß ihr mich beymWort nehmt! O den trefflichen Menschen! „Ihr wolltia nichts mehr von uns wissen." Gar schön! Ich wolltesreylich nichts von euch wissen, weil ich wusste ihr wür-det mir nicht schreiben mögen. Sonst feiner Herr warder Tag eurem Fürsten der Abend, eurer Lotte, unddie Nacht für mich und meinen Bruder Schlaff. DieNacht fließt nun in den Abend und der arme Goethebehilft sich wie immer. Es stände euch wohl zu Ge-sichte — Doch das will ich nicht sagen, ich würdemich zum Teufel geben, wenn ich euch erst daraufbringen sollte. Also Hr. Kestner und Madam KestnerGute Nacht.
Ich würde auch hier geschlossen haben wenn ichwas besseres im Bett erwartete als meinen lieben Bru-der. Sieh -doch mein Bett da, so steril stehts wie einSandseld. Und ich habe heut einen Schönen Tag