Druckschrift 
Goethe und Werther : Briefe Goethe's, meistens aus seiner Jugendzeit ; mit erläuternden Documenten
Seite
120
Einzelbild herunterladen
 

120

40 .

Goethe an Kestncr.

Freytag Morgens.

Diese Nacht Träumte ich von Lotten, und wie ichaufwachte fass ich so im Bett und dachte an all unserWesen, von dem ersten Lager in Garbenheim,> bis zumMondenmitternachts Gespräch an der Mauer.- und weiter.Es war ein schönes Leben, auf das ich ganz heiter zu-rücksehe. Und wie lebt ihr um den Engel? Ich binnletzt ganz Zeichner, und besonders glücklich im Portrait.Da sagen mir die Mädgen: Wenn sie das nur inWetzlar getrieben hätten und hätten uns Lotten mit-bracht. Da sag ich denn ich wollte ehstens hinüberund euch alle zeichnen. Da meynen sie das wäre kein

> In Garbenheim, unter einem Baume liegend, sah KestnerGoethen zum ersten Male. (S. Nr. 1.)

* Zu dessen Verständnis; wird folgender Auszug aus KestnersTagebnche dienen:

d. 15. Ang. 1772.ich ging mit Goethe noch Nachts bis

12 llhr auf der Gasse spatziercn; merkwürdiges Gespräch, wo ervoll Unmuth war und allerhand Phantasien hatte, worüber wir amEnde, im Mondenschcin an eine Mauer gelehnt, lachten."