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1 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
419
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es freut Sie, daß ein einfacher Franziskanerbruder aus Reckling-hausen vor Kurzem terminirend in ein Bauernhaus kam. DieLeute sagen zu ihm: ihr Wicht (Mädchen) sei seit langer Zeitvom Schlag an der Zunge gelähmt, die Zunge sei ganzverkrümmt, so daß sie ihm die Speise eingießen müßten. Siehätten von Hohenlohe und Martin Michel gehört, aber sie seienarm und wüßten nicht wie hinkommen, er solle doch mit demWicht beten, daß Gott helfe, sie glaubten fest u. s. w.

Der gute Bruder ging mit dem Kind in die Kammer,spricht ihm zu und betet laut mit ihm, das Kind wird ohnmächtig,der Bruder fragt ganz freudig:Kannst du mi küren?" *) DasKind schüttelt den Kopf; er betet von Herzen weiter. Das Kindbekommt eine Art Krämpfe, er hilft ihm so gut er kann mitHalten, und fragt wieder:Kannst du nu küren?"Icke, jawoll, Pater," antwortet das Wicht. Nun danken sie mitzwei Zungen Gott und er ermahnt sie zu Beicht und Commu-nion. Die freudige Mutter bringt das Kind zum Pfarrer, deres, überzeugt von der Genesung, zu den Sakramenten läßt.Sie bringt es zum Doctor Jansen, der ihr beim Eintritt gleichsagt:Ich habe ihr schon gesagt, daß sie nicht mehr zu kommenbraucht, es ist dem Kind nicht zu helfen, ich habe Alles versucht."Da sagt sie:Ja Herr Doctor, wir haben nun noch unserenHerrn Gott versucht, und das Kind ist gesund." Da sprach derArzt mit dem Kind und rief seine ganze Familie zusammen.Die Geschichte wird als ganz gewiß erzählt. Pfarrer Büttnervon Haltern, auch Wesener, kennen den Franziskaner.

Ich hoffe Sie wußten es noch nicht, damit ich Ihnen einekleine Freude machte.

Ihr unterthäniger

C. Brentano.

') Reden.

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