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1 (1855) (1855)
Entstehung
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Wenn Du das ganze Land in seiner Einfalt, Bildungs-losigkeit, Unschuld und Andacht, bei der beschränkten Wissenschaftund oft bäuerischen Sitte vieler Priester, der großen Unordnungund Vernachlässigung in manchen Kirchen; wenn Du die Reinheitund Unschuld und den frommen Glauben dieser Menschen, beisehr weniger Aufmerksamkeit auf Zier und Ordnung in derKirche und Erziehung betrachtest: so wirst Du lebendig mit mirfühlen, daß der Herr bei seiner Kirche ist, d. h. bei dem durchihn gestifteten Altar und bei dem unauslöschlichen Zeichen, welchesdie Priesterweihe aufdrückt. Die Kirche und ihr Segen und ihreganze Heil- und Heiligungs- und Wunderkraft besteht fest, undist da, wie die Natur, für Alle, die an Jesu Wort und seinerKirche Worte glauben.

Was würdest Du bei Folgendem sagen,'was ich täglich beidem Bett unserer lieben Herzfreundin erlebe, und was allerdingsmehr ist für uns, als ihre Wunden und deren Bluten am Frei-tag, und ihre Nahrungslosigkeit. Oft, wenn ich ihr im Tauler usvorlese, oder mit ihr, oder dem Priester, oder Arzt an ihremBett von Kirchen- oder Glaubenssachen spreche, sinkt sie inSchlaf. Dies ist nicht der natürliche Schlaf, sondern ihre Seeleverläßt beinahe ganz ihren Körper, der dann stundenlang, auchmehrere Stunden lang, so starr wird, daß Du sie beim Kopf wieeine Bildsäule grad in die Höhe richten kannst; ihre Arme, ihreHände, wie sie grad beim Einschlafen zufällig liegen, erstarrenund sind, ohne sie zu zerbrechen, nicht aus ihrer Lage zu bringen: man könnte sie hin- und herwerfen, sie würde nicht erwachen.Nähert ihr ein Geistlicher in diesem Zustande die Hand, so greiftsie Plötzlich mit Hast darnach, und sucht mit schneller Bewegungihrer Finger so lang an der Hand herum, bis sie den Daumen,Zeige- und Mittelfinger, welche sakramentalisch geweiht sind undden Leib des Herrn berühren, gefaßt hat, und diese schließt sie,die in wachem Zustande so Schwache, daß sie sich nicht aufrichten