403
freut es mich ungemein für Sie, daß Sie für sich selbstarbeiten, daß Sie Gott und dessen treuem, frommem Diener,unser aller und vieler Menschen Wohlthäter, meinem liebenBruder Franz, allein Rechenschaft werden stehen müssen.
Sie dürfen, lieber Freund, Ihr Herz wohl mit innigemDank zu Gott erheben. Er hat an Ihnen, vor vielen Anderen,als ein liebender, treuer, sorgender Vater nach seiner heiligenFürsicht die Umstände zu Ihrem Heile gefügt, und zwar zuIhrem ewigen Heile; das Zeitliche gebe er Ihnen in demMaße, als es gedeihlich ist, drein, wie dem zeitlichen Dienerseinen Lohn, Ich kann, lieber Neffe, nicht ohne Rührung anIhre Geschichte in dem Hause denken. Ich weiß lange von Ihnenund habe Sie immer herzlich lieb gehabt; ich habe oft Gott imStillen in Ihrem Namen gedankt, daß Er Ihnen in Ihremtheurcn Schwiegervater einen so gottesfürchtigeu, gütigen, tugend-haften Prinzipal gegeben, an dem Sie bewundern lernen konnten,was nicht wehr häufig zu Markte gebracht wird. Mein theurerBruder Franz kann ruhig in Bezug auf Sie, als seinen Diener,die Rechenschaft des Herrn vor Gott ablegen. Ach, wahrlich!er war ein gerechter Haushalter, alle ewige und zeitliche Wahr-heit, die er von Jugend durch die katholische Kirche empfangen,und die ihm die bessere Sitte einer früher» Zeit an das Herzgelegt, hat er treu erkannt, geübt und bewahrt, und durch alleStörung und Versuchung einer religionslosen, Kirchen- undGott-feindlichen Zeit, die ihn noch jetzt betrübt, unverletzt bisin die Gegenwart, als einen heiligen, ihm vertrauten Schatzübertragen, und Ihnen war es vergönnt, ein großes Stück desWeges solchem belehrenden und erbaulichen Wandel, als eintreuer Diener, und endlich als ein lieber Sohn, zur Seite zustehen.
Lieber Freund! das war ein großes Glück, eine bessereGelegenheit etwas zu lernen, als wenn Sie alles Opium in
26 "
4
1
i
i
i