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achtzigjähriger, stockblindcr, frommer Domkapitular, der täglichund pünktlich an den Wänden in den Chor tappte, sagte immer:„Gott wird mich nicht wegnehmen, bis ich die Stimme deslieben neuen Hirten gehört." Hofstetter besuchte ihn gleich,tröstete ihn, er müsse noch bleiben, um ihn mit Rath und Gebetzu stützen u, s. w. Der gute Greis war voll freudiger Rührungund starb einige Stunden nachher.
Gott häufe alle Gnade, allen Trost auf Dich, den eintreuer Diener verdienen kann, darum bittetDein dankbarer Bruder-
Clemens.
k8. Der Brief verspätete sich, indem wir täglich dieRückkehr von Guido Görres erwarten, die sich auch verschob.Ich danke Dir für die Zusendung der kleinen biblischen Geschichte,ich werde sie Windischmann und Görres mittheilen und Dirderen Urtheil melden.
Wie die hiesigen Gerichte und nun auch die Zeitungensagen, ist der gelehrte und gottselige Stahl in Würzburg zumdortigen Bischof ernannt; er ist 1805, wie Hofstetter, geboren,es scheint dieses ein trefflicher Jahrgang von Kirchenwein. DieWürzburger Diöcese wird an ihm einen ebenso trefflichen Hirtenhaben, als die Passauer an Hochstetter. Er ist in Rom imLolle^ium Kermaiüenm gebildet.
Die meisten Bischöfe des Landes Bayern sind alt, undwenn Gott den König erhält, daß er sie alle in diesem Sinnernennen kann, so läßt er dem Lande treue Hirten und Fürbitter,ja im Nothfalle Märtyrer zurück, welche in den drohendenStürmen ihre Heerde treu führen werden. Daß der KircheJesu Christi Kampf und Verfolgung in naher Zeit bevorsteht,fühlt sich in allen ihren lebendigen Gliedern wie nahendesWetter in vernarbten Wunden. Wenn wir unbefangen betrachten,