Druckschrift 
2 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
362
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lebhaft genug scheint, ich weiß mich in solchen Gratulationsbriefengar nicht anszudrückcn, es fehlt nicht an meinem Herzen, aberes ist mir schier Alles fremd geworden. Ich habe meineGeschwister von Herzen lieb, und doch furchte ich mich vorFrankfurt, wie eine Klosterjungfer vor einem Feldlager. DerVergleich hinkt, die Klosterjungfer hinkt das ist noch beschwer-licher, sie wird von den Soldaten ausgelacht und kann nichtvom Fleck. Du bist zu gutherzig, unbefangen, verständig undgerecht, um Dir meine Lage in Frankfurt nicht denken zu können,wenn ich heim denke, zittere ich vor Visiten, oder im Unter-lassungsfall vor dem gerechten Vorwurf der Unart dann vorSchuster- und Schneiderrechnungcn für Stiefel, die mich drückenund Kleider, die mir nicht passen - vor einigen Mittagsmahlen,die ich freier im Gasthof einnehme, und doch sind dies alles mirliebe, gütige, verwandte Menschen, viel, viel besser als ichdas aber ist um so drückender. Was in meinem Innern ist,ist in meinem nächsten Freundeskreis kaum verständlich csist so einsam, daß es zum Schmerz wird unter meinenGeschwistern u. s. w. Es geht Dir ja ebenso mit mirnur bist Du wohlerzogener und schreibst mir aus freundlicherSitte das Vcrlöbniß Deines Sohnes Daß Toni eine Dichteringeworden, ist nicht herkömmlich den Verwandten zu meldenwenngleich oft viel entscheidender in Bezug aus LebensglückGeorg hat es mir geschrieben, und ich dächte, Du hättest cswohl auch bei Gelegenheit der Brautmeldung können einfließenlassen. Sieh, wie verkehrt ich bin, cs scheint mir schierebenso folgenreich für Deine Familie. Da haben wir dieNachwirkung von Dem, was der Herr von Immergrün zu derMelone gegessen hat. Grüße mir Toni! Was macht dennDeine jüngste Poetin, Sophia, Donna Maria da Gloria, undihr Haus Parabolecn. Grüße mir sie ebenfalls. Was mach'denn ich? Ich sitze bei einfältigen, frommen Leuten, den Tisch