Druckschrift 
2 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
350
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Bis jetzt hat mich die Cholera verschont. Marie Görreshatte einen Anfall von den ersten und liegt seit vier Wochenin der Reconvalescenz. In dem Geschrei von der Prophylaktikliegt die große Wahrheit, daß eine vorbeugende Stellung beimVomiren die beste ist, und daß bei der Prophylaxis viel laxirtwird. Neulich rief der Bediente eines Engländers den Arzt.Dieser fand den Patienten schon ganz schwarz, und sprach:Es ist aus, der Herr ist schon ganz schwarz." Der Bediente:Nein, es ist noch nicht aus, das Schwarze geht wieder ab mitwarmem Wasser, ich habe ihn in der Eile mit der Stiefelbürstegerieben." Gott sei Dank, er war gar nicht krank.

Ich habe Herrn Schmerber vor längerer Zeit um einExemplar von Runge's Jahrszeiten gebeten, aber es noch nichterhallen. Weiter fragen Sie ihn, ob er mir keine Original-zeichnung von Runge um einen mäßigen Preis aus Hamburgverschaffen kann. Er soll, so er es für möglich hält, dochsogleich darum schreiben, damit ich dieselbe von dort noch directau meine Adresse hieher mit Postwagen vor dem 24. Decemberempfangen könnte. So sie mir nicht convenirte woran ichsehr zweifle, wenn sie von seiner Hand und in seinem Geisteist sende ich sie sogleich franco zurück.

Wäre es möglich, daß Ballenbergcr mir noch das Blatt,die Nacht," von Runge's vier Tagszeiten in Aquarell colorirte,so daß ich es vor dem Christtage hier haben könnte, so würdeich es ihm anständig honoriren; fragen Sie ihn. Die Bordüremüßte ans Goldgrund sein; das Blatt selbst Nacht und Mond-schein. Um die Durchzeichnung zu sparen, könnte er den Stichselbst nehmen und leimen lassen. Kann er nicht, und hat irgendetwas Hübsches und Tüchtiges fertig, so soll er cs mir mit demPostwagen zusendcn, aber gleich, und den Preis darauf schreiben,weiter bedarf cs nichts. Kann ich es nicht gebrauchen, soempfängt er es umgehend franco zurück. Es müßte aber gleichgeschehen, ich überlasse es Ihrem Urtheil.