Druckschrift 
2 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
344
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mit Arras, Spitzt, Septemberli, einen Vogel, zwei Hunden undLieschen der Magd, in einer der frömmsten und heiterstenArchen Noäh. Ich sitze wie immer, das Salzfaß zur Tabaks-asche hängt neben mir, und schreibe wie sonst. Die vierteAuflage der Passion erscheint und nächstens das Leben Mariä.Ich habe wenig Umgang außer Görres, Phillips und Möhler,seltener Ringseis.

Du würdest mich recht verbinden, wenn Du mir gelegentlichanvertraucn wolltest, wie eigentlich Deine Verhältnisse sind; ichweiß nur, daß Dir Deine Frau und Du ihr gehörst, aber nicht,wo ihr hingehört u. s. w.

In jedem Falle schreibe dem armen S. (ein Brief desselbenwar angefügt) recht bald, dieser rechtschaffene, gottesfürchtigeMann ist sehr übel dran, ja schier manchmal mit seiner Frauam Hungern. Er ist allgemein geachtet, er ist sittlich, verständig,sehr in seiner Kunst unterrichtet, demüthig und der beste Freund.Seine Frau ist sehr brav, fleißig und reinlich. Es sind beschei-dene, sinnvolle Menschen, welche ein schweres Geschick in christ-licher Ruhe tragen; aber sie sind in bitterer Noth. Es sindhier ein paar hundert Maler, deren viele gar nichts zu thunhaben. S. ist ein recht guter Künstler, aber nur Genrebilderwerden gekauft. Er sehnt sich nur eine kleine Zeit in Friedenund ohne stete Angst um's tägliche Brod arbeiten und sich nacheiner Unterkunft umsehcn zu können.

Ich kenne Deine Verhältnisse und Mittel nicht, ich weißaber, so Du kannst, übst Du hier eine große Wohlthat und erwird sie reichlich verdienen; er ist rechtschaffen, fromm, ernst,delicat und geschickt. Vermagst Du es, so thue es auf einigeZeit und denke, Du führest ihn auf einen Berg und helfest ihmsich nach einem Weg Umsehen. Overbeck hat ihn sehr lieb, erschrieb ihm vor wenigen Tagen einen sehr liebevollen Freundes-brief und schenkte ihm fünfzehn Scudi.