Druckschrift 
2 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
314
Einzelbild herunterladen
 

31L

daran nichts lebet, als was er nicht tödten konnte und waskatholisch ist.

Ein jeder innerlich erleuchtete Protestant, so ihm Gott dierechte innere Gnade verleiht, ist nothwendig ein Katholik; dennso nur ein Funke des Geistes da ist, und ihm Raum gelassenwird in das Leben zu treten, muß das ganze Leben sich ausihm ausstrahlen; der Leib des Herrn kann im Abendmahle nichtzerbrochen werden, und in jedem Stäubchen des Sakramentsist der ganze, lebendige Gott, der bei Seiner Kirche bleibenwill bis an den jüngsten Tag, und die Pforten der Hölle sollensie nicht überwältigen.-

Gewiß, geliebte Seele, wer Iesum so liebt wie Du, denwird Er wieder lieben, und wird ihn suchen und heilen und ansich reißen, wo er auch sei; aber rede nicht mehr von Luther ,dem Kirchenhersteller, der sich hundertmal widersprochen; dereinmal die Kirche unter dem Papst als die heilige, wahre Kirchelaut bekennt, dann sie eine vom Teufel gestiftete nennt; dereinmal die Messe als den einzigen Gottesdienst annimmt, dannsie gotteslästerlich verwirft; der die Verehrung und die Wunderbei den Leibern der Heiligen bald annimmt und bekennt, dannwieder sagt, das Glied eines gehenkten Diebes sei so kräftig,als eines von Petro oder Paulo; der selbst sagt: Ich habe dieElevation (Erhebung zur öffentlichen Anbetung) der Hostie abge-schafft, dem Papstthum zum Trotz, und habe sie so lang bei-behalten, dem Carlstadt zum Trotz. Wenn man sie als gottlosverwerfe, müsse man sie beibehalten, wenn man sie aber alsnöthig befehle, müsse man sie verwerfen. Der in seinerSchrift über die Messe sagt, daß, wenn ein Concilium beföhle,das Abendmahl unter beiderlei Gestalten zu nehmen, er undseine Schüler nur eine oder gar keine nehmen und alle Dieverfluchen würden, welche nach dieser Verordnung beide Gestaltennehmen.