Unter andern war auch der ehrliche Josua Geddes ange-kommen, der — wie er sagte, umherreisete in der Betrübnißseines Herzens, und trauernd um das Schicksal Darsie Lati-mers, als wäre dieser sein erstgeborncs Kind. Er war ander ganzen Küste des Solway hingezogen, hatte dabei nochmehrere Abschweifungen in das Innere des Landes gemacht,und es bei solchen Gelegenheiten nicht vermieden, sich demGelächter der Spötter, ja selbst persönlichen Gefahren auszu-setzen, da er die Schlupfwinkel der Schmuggler, Roßtäuscherund anderer Leute dieses Gelichters besuchte, welche ihn mitmißtrauischen Blicken ansahen, und geneigt waren, ihn eherfür einen Accise-Beamten in Quäkerkleidung zu halten. Allendiesen Mühseligkeiten und Gefahren hatte er sich aber vergeb-lich unterzogen. Keine Nachforschung hatte ihm auch nur diegeringste Spur von Darsie Latimern gezeigt, so daß er zufürchten begann, der arme Jüngling möchte wcggeführt wor-den sein, denn der Menschenraub war damals, namentlich aufden westlichen Küsten Großbritanniens, nicht selten; auchkonnte sein Schicksal wohl noch kläglicher und blutiger gewe-sen sein.
Mit schwerem Herzen gab er sein Pferd, seinen Salomon,an den Hausknecht ab, ging in den Gasthof, und verlangtevon dem Wirthe Frühstück und ein besonderes Zimmer. Quä-ker und solche Wirthe, wie der alte Vater Crackenthorp, sindkeine verwandte Geister; der Letztere sah ihn daher verächtlichüber die Schulter an und erwiederte: »wenn Ihr ein Früh-stück wollt, so cßt es hier, wie andere Leute auch!"
„Und warum kann ich nicht," sagte der Quäker, „für meinGeld ein Zimmer für mich haben."
„Weil Ihr warten müßt, Meister Jonathan, bis bessereLeute bedient sind, oder mit Euresgleichen essen wollen."