Druckschrift 
22 (1852) Redgauntlet
Entstehung
Seite
516
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Ihr müßt mich für höchst undankbar halten, Miß Lilias,daß ich so lange schon in Eurer Gesellschaft gewesen bin,ohne Ench für den Antheil zu danken, den es Euch gefallenhat, an meinen unglücklichen Angelegenheiten zu nehmen."

Ich freue mich, daß Ihr endlich gesprochen habt," sagtesie,obgleich ich gestehen muß, daß es kälter ist, als ich eserwartete. Miß Lilias! Antheil zu nehmen gefallenhat! An wem, thcurer Darsic, kann ich Antheil nehmen,als an Ench! Und warum stellt Ihr diese Scheidewand desCeremoniels zwischen uns, welche die Ungunst der Umständeschon lange genug getrennt hatte?"

Darsle war abermals in Verwirrung über diese Ueberoffen-heit, wenn wir uns dieses Ausdrucks bedienen dürfen,dieses freien Geständnisses.Man muß die Rebhühner sehrlieben," dachte er,wenn man sie noch annehmen kann, dasie einem so in's Gesicht geworfen werden; wenn das sichnicht deutlich erklären heißt, so weiß ich nicht mehr, was manso nennen soll." In Verlegenheit gesetzt durch solche Betrach-tungen, und von Natur in hohem Grade, ja bis zum Ekeldelikat, konnte er bloß damit antworten, daß er einen Dankfür die Güte seiner Gefährtin hervorstammclte.

Sie antwortete in einem Tone von Kummer und Ungeduld,und wiederholte mit unwilligem Nachdruck die einzigen be-stimmten Worte, die er hatte Hervorbringen können:Güte!Dankbarkeit! O, Darsie, sollten solche Worte zwischenEuch und mir stattfinden! Ach, ich bin nur zu gewiß,daß Ihr auf mich unwillig seid, obgleich ich nicht einmal ver-muthen kann, wcßwegen; vielleicht denkt Ihr, ich sei zu freigewesen, daß ich den Besuch bei Eurem Freunde wagte. Abererinnert Euch doch, daß es um Euretwillen geschah, und daßich keinen bessern Weg wußte, Euch vor den Unfällen nnd