Druckschrift 
22 (1852) Redgauntlet
Entstehung
Seite
357
Einzelbild herunterladen
 

trat, scheint mir ihren guten Willen, so weit als ihre Machtreicht, zu verbürgen, und ich habe viele Gründe, zu glauben,daß diese nicht unbedeutend ist. Doch schien sie eilig underschreckt bei den flüchtigen Augenblicken unserer Unterhaltung,und das Lehtemal wurde sie, wie ich glaube, durch den Ein-tritt von Jemand in Len Hof aufgeschreckt, gerade als fle imBegriff war, mich anzureden.

Du mußt nicht fragen, ob ich frühe aufstehe, da so lieb-liche Erscheinungen nur bei Tagesanbruch zu sehen sind; undobgleich ich sie seitdem nicht mehr sah, so habe ich doch Grund,sie für nicht weit entfernt zu halten. Vor drei Tagen hatteich, ermüdet durch die Einförmigkeit meiner Gefangenschaft,mehr Zeichen von Muthloslgkeit als sonst gegeben; dieß magdie Aufmerksamkeit der Dienstlente rege gemacht haben, durchdie dann die Sache bekannt wurde- Am nächsten Morgenlagen folgende Zeilen auf meinem Tische, wie sie aber hierhcr-kamen, kann ich nicht sagen. Die Handschrift war schön, undnach italienischer Manier gebildet:

Wie Herren ihren Lohn Arbeitern oft verschieben,

Lohnt auch durch Hoffnung nur das Schicksal unsere Müh';

Und wenn auch lauge Zeit sie unbezahlt geblieben,

Veraltet doch das Schuldbekenntniß nie.

Mag auch auf ferne Zeit das Datum weisen,

Laß darum doch das Pfand, armer Dulder, nie!

Verzweiflung kann Verratli an Menschen heißen,

Und an den, Himmel ist sie Blasphemie.

Daß diese Zeilen in der freundlichen, der mehr alsfreundlichen Absicht geschrieben sind, um meinen Muth auf-znrichten, kann ich nicht bezweifeln, und ich hoffe, die Artmeines Berechnend soll zeigen, daß das Pfand angenommenwurde.

Das Kleid ist angekommen, in welchem ich nach meines