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Uebrigens rühmt sich dcr dritte Orden der Serviten mit Un-recht, Rudolf, den Grafen von HabSbnrg, Haupt des österreichischenHauses, den nachmaligen deutschen Kaiser, unter seinen Mitgliederngezählt zu haben; denn dieser Fürst starb im Jahre 1291, und derdritte Orden wurde erst im Jahre 1306 gestiftet.
Der Orden der Serviten verbreitete sich auch in Sachsen undUngarn; allein in Frankreich fand er wvhl nie Eingang. Mandarf ihn daher nicht verwechseln mit dem Orden dcr Scrven derheiligsten Jungfrau, dessen Mönche zu Paris „Ui-mes Nmcko-mx(Weißmäntler) " genannt wurden, weil sie weiße Habite und weißeMäntel trugen. Der erste Verein dieser Art aber hatte sich imJahre 1258 in dcr Vorstadt VarenncS von Marseille gebildet, vonPapst Alexander IV. noch in demselben Jahre die Bestätigung,und vom Bischöfe Benedict von Marseille nebst der Regel dcSheil. Augustin noch besondere Satzungen erhalten. Die berühmte, unterGregor X. im Jahre 1274 zu Lyon gehaltene Kirchenvcrsammlung hobauch diesen Orden auf, und seine wenigen Klöster und Güter fielenim Jahre 1289 den Einsiedlern deS heiligen Wilhelm zu.
Das HaupthauS der Serviten als Sitz des Generalvorstehersist heutzutage zu Rom bei St. Marcellus, mit 30 Individuen. Häuseraußer Rom sind: Bologna, Caselli in der Erzdiöeese Turin, Centoin der Erzdiöeese Bologna, Erlau, Florenz, Forchtenau in UngarnGrazin und Grnlieh in Böhmen, Gutenstein in Oesterreich, Jai-tendorf, Innsbruck, Kotschach in Kärnthcn, Langes, Luckau inKörnchen, Maria Loretto in Ungarn, Messina, Neapel, Oviglioin Oberitalien, Palermo, Pcsth, Rattenberg in Tyrol, Schönbüchel,Viterbo, Volderö, Wien u. s. w. Auch hat dcr Orden in neuesterZeit eine Missionsstation in Arabien eröffnet.
Gegenwärtiger Generalvorsteher ist P. Michael Franz Ma-ria Strigelli.
Tie Scrvitinen erisiiren nur noch in schwachen Uebcrresten ein-stiger Blüthe, haben jedoch in Italien Häuser zu Rom (bei St.Gervasius und Protasius), Florenz, Bologna, Neapel, Palermo,Messina u. s. w., in Deutschland zu Areo in Tyrol mit 16—18Individuen; zu München mit 30 Mitgliedern. ^
* Borgt. P. Karl vom hcil. Aloys, Statistik u.s. w. S. 605.
Gcsch. dcr Mönchsorden. I. 26