294
Am Ende nahmen die portugiesischen Barfüßer runde Kapuzenan und unterwarfen sich dem Provinzial der Provinz St. Jacob derObservanten ; die spanischen dagegen änderten Nichts an ihrer Tracht,unterwarfen sich aber im Jahre 1509 dem General der Conventna-lcn. Allein auch dieser konnte ihnen zur Wiedererlangung ihrerKlöster nicht verhelfen, und erst im Jahre 1512 erhielten sie nack-langem Kamps mit Nom sechs kleine Klöster in Estremadura.
Im Jahre 1517 kamen sic wieder unter die allgemeine Körper-schaft der Observanz. Jetzt aber nannten sic sich verbesserteObservanten und bildeten die beiden Provinzen St. Gabriel inSpanien und vom Mitlciden in Portugal. Ihre Reform verbreitetesich nunmehr ganz glücklich in Spanien, Portugal und Indien überzwölf Provinzen.
Bald nahmen sic jedoch beim Ausgchen Sandalen; allein derName Barfüßer blieb ihnen dessen ungeachtet. Außer ihrer Ar-muth und Aermlichkcit in der Tracht haben die verschiedenen Pro-vinzen fast nichts Gemeinsames. Sie haben zu Nom einen eigenenGeneralprokurator.
Mmoritcil der strengen VliservlNig i» Fnnikreich. , Nceollcclen.
In Frankreich wollte die Einführung der spanischen und ita-lienischen Reform nicht gelingen, bis endlich im Jahre 1592 derHerzog von Revers von Papst Sirtnö V. ein Breve erwirkte, wor-treich das Kloster der Observanten zu Revers mit italienischen Reli-giösen von der strengen Observanz besetzt wurde. Allein diese Mönchewurden schon im Jahre 1597 wieder nach Italien entlassen, weilsie, der französischen Sprache unkundig, dem Volke nicht nützlichwerden konnten. An ihre Stelle kamen nun Franzosen, welchenatürlich den italienischen Namen Reformati abschafftcn, mancheRüanccn in Observanz und Kleidung eiuführtcn, und sich Nceol-lecten nannten, weil sic in einsamen Klöstern wohnten und sichZnrückgczogcnhcit und Geistcösammlung zu einem besonder» Gesetzemachten. Ohne sonderliche Mühe besiegten sie alle ihnen von denObservanten verursachten Schwierigkeiten, erwarben sich viele Klösterund hatten sich der Grinst der Könige Heinrich IV., Ludwig XIII.und XIV. zu erfreuen, wurden von dem letztem zu Almosenpflegcrn