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1 (1845)
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Officium cm. In dcr Thal waren an der Person des frommenStifters buchstäblich jene Worte des Apostels Paulus in Erfüllunggegangen, welche lauten:Uebrigeiis mache mir Niemand weiterBeschwerde, denn ich trage Christi Wundmale an meinem Körper."'Dieser Umstand nun gab dem heiligen Franziskus den NamenSeraphicus, der sofort ans seinen ganzen Orden überging.

In seinen letzten zwei Lebensjahren ward die Gesundheit desheiligen FranziSknS merklich geschwächt, und er starb den 4. Okto-ber 1226, achtzehn Jahre nach dcr Gründung seines Ordens, im45ten seines Lebens. Kurz vor seinem Tode hatte er in seinemTestament das ausdrückliche Verbot bekannt machen lassen, Etwasan der Ordensregel zu ändern, und enthob sich so der Verantwor-tung für alle Mißbräuche, die sich in der Folge cinschleichen konnten.Viele Wunder sind an seinem Grabe und durch seine Fürbittegeschehen, gerichtlich untersucht und als wahr erfunden worden.Deshalb nahm der Freund des Heiligen, dcr Cardinal Hugo vonOstia, als Papst Gregor IX., schon im Jahre 1228 seine Heilig-sprechung vor, und ans dem Colle del Paradiso, welcher vorherColle dell' Inferno geheißen und in der Nähe von Assisi gelegenist, ließ er und EliaS, der Ordensgeneral, einen herrlichen Tempelerrichten, in den der Leichnam dieses Heiligen im Jahre 1230 über-

> Galat. VI., 17. Ohne Zweifel ist die Stigmatisirung das auffallendsteund merkwürdigste Ereignis; in der Lebensgeschichte unsers demnthigen DienersGottes. Ja i man könnte diese Erzählung für eine fromme Sage erklären,wenn nicht in den allernenesten Zeiten ähnliche Erscheinungen vorgekomnienwären. So starb am 9. Februar 1824 Eatharina Emmerich, ehemaligeAngnstinerin des 1811 aufgehobenen Klosters zu Dülmen in Weftphalen, welcheseit dem 29. December 1812 die Stigmatisation hatte, was durch gewichtigeZeugen bestätigt ist. Zn Tyrol haben bekanntlich in neuester Zeit ähnliche Zu-stände sich gezeigt.

Eine völlige Erklärung dieser Erscheinung ist bis jetzt noch nicht gelungen,aber die historische Wahrheit davon außer Zweifel gestellt. Vielleicht ist sieeine Folge jenes geheimnißvolle» Bandes und jener nnlängbaren Gegenwirkungvon Geist und Körper, die auch bei magnetischen Personen Vorkommen. Wieeine Leidenschaft sich ans dem Körper B. ans dem Gesichte) abspiegelt nndman in Wahrheit de» Neid oder anch die Gntmüthigkeit im Gesichte lesenkann, so mag bei diesen Personen das stete Sichhineindenken in die WundenJesu, die beständige Betrachtung seines Leidens und ihr psychisches Mitleidenseiner Schmerzen solche äußere Wirkungen hervorgebracht, ihre stigmatisirteSeele psychologisch auf den Körper zurückgewirkt haben.