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Durch die Freigebigkeit verschiedener Fürsten gelangte dieserOrden bald zu großen Reichthümern und hohem Ansehen: aber mitdem wachsenden Neichthum verlor sich die Einfachheit und Demuthder Sitten. Wie die Johanniter hatten auch die Templer Ordens-ritter, Kapläue und dienende Brüder.
Ihre erste Lebensweise beschreibt der heilige Beruard in seinerErmahnung an die Tempelritter also: „Sie folgen in Allem demBefehl ihres Priors, und haben nur soviel, als er ihnen giebt.Ihre Kleidung hat nichts Gesuchtes und nichts Ucberflüssiges. Siebeobachten streng ihre Regel und haben weder Weiber noch Kinder.Sie machen auf nichts, das ihnen gehört, einen Anspruch, undverlangen nicht mehr, als sie haben. Alle weltlichen Lustbarkeitensind ihnen fremd. Sie streben nicht nach Ruhm und erwarten blosvon dem Herrn den Sieg."
Von dem Abendlande reichlich unterstützt, haben diese Rittergegen Türken und Sarazenen ausgezeichnete Dienste gcthan. Alleinallmählig verschwand der Geist ihrer Stiftung; einige Mitgliederhatten sogar mit den Feinden des christlichen Namens Freund-schaft geschlossen und waren in alle möglichen Laster gesunken. Alssofort Palästina den Christen entrissen wurde, kauften sie vonRichard I., König von England, für fünfunddreißig tausend MarkSilber die Insel Cypern, in deren Besitz sie jedoch nicht langewaren. Denn in Folge ihrer Opposition gegen Könige und Bischöfewurden sie später freventlicher Vergehungen aus mancherlei unlau-ter» Motiven beschuldigt. Der Prior von Montsaucon, in der Pro-vinz Toulouse, und ein Italiener Namens Noseo Dci, beschleunigtenihren Untergang. Der crstere war nämlich von dem Großmeisterdes Ordens wegen Ketzerei und eines schändlichen Lebenswandelszu lebenslänglicher Haft, der letztere von dem Propst zu Pariswegen seiner Ausschweifungen zu strengen Strafen verurtheilt wor-den. Diese beiden Verurthciltcu nun glaubten, ihre Strafe werdeihnen gemildert oder erlassen werden, wenn sic die Geheimnisse ihresOrdens verricthcn. Sie beschuldigten aber die Ritter so abscheu-licher Verbrechen, daß König Philipp der Schöne, für sein Landbefürchtend, am 13. October 1307 alle Templer gefangen nehmenließ, ihre Güter einzog und über die in seinen Augen und nach
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