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1 (1845)
Entstehung
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Blüthe zählte der Orden ungefähr 3000 Klöster. Eine solche Zu-nahme, um dies nebenbei zu bemerken, läßt deutlich schließen,daß der Weltklerus nicht so verdorben und befleckt war, wie dieprotestantischen Geschichtschreiber behaupten. Geistliche ohne Grund-sätze und Sittlichkeit, ohne Religion und Schamgefühl hätten nichtso leicht sich zu bessern eingcwilligt und in einem in jeder Rücksichtverkehrten Jahrhundert hätte ein Verbesserer nicht so viele Unter-stützung, wie es bei Norbert der Fall war, sowohl von Seiten derCapitel, welche er regulirtc, als von Seiten der Bischöfe und derPäpste, welche ihn zu seinen Arbeiten crmuthigten, gefunden.

Gleichwohl läßt cs sich nicht läugncn, daß mit dem Reichthuinauch die Erschlaffung einriß, und sehr viele Häuser dieses Ordenskeinen andern Anspruch mehr auf die Achtung behielten, als LnRücksicht auf die Sorgfalt, mit der man in ihnen durch Abschreibendie kostbarsten Werke vermehrte. Wie auch immerhin die Gründe undder weitere Verlauf ihres Verfalles beschaffen seyn mögen, so hättensich diese Klöster doch bis auf die neuen Zeiten erhalten, hätte nichtdie Kirchenspaltung den Prämonstratenserordcn in seiner Grundfesteerschüttert. Allein da die meisten dieser Klöster sich in England,Schottland, Irland, Deutschland, Dänemark, Schweden und Nor-wegen befanden, so wurden sie von der Ketzerei, welche mehrerenReligiösen sogar die Märtyrerkrone verschaffte, zerstört. Wo sichaber noch einige Klöster erhielten, wie in Spanien und Frank-reich, zum Thcil auch in Deutschland, da suchte man die Un-ordnung zu verdrängen, welche sich vielfach cingeschlichen hatte;die Päpste erinnerten bald an die ganze Strenge der ersten Ge-bräuche, und bald bestätigten sie weise Milderungen. Das Er-gebniß dieser Bemühungen war, daß zwei Verbesserungen in denersten genannten zwei Ländern cingeführt wurden. Die Mitgliederder neuen Kongregationen führten einen vcrgleichungswcise strengerenLebenswandel, und da sie das Recht hatten, sich für jede Congre-gation einen Gencralvikar zu wählen, so wurden sie dadurch vonden nicht Verbesserten förmlich unabhängig. Unter Joseph II.hatten sie in den Erbstaatcn des östreichischcn Hauses viele Unter-drückungen zu erleiden. In Frankreich aber bestanden vor der Re-volution ungefähr 100 Abteien sowohl von der alten, als der ver-