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Anwendung.
Mit dem größten Recht rühmt es demnach Paulus alsein hohes Glück gläubiger Christen und als den Grund allerihrer in den vorhergehenden Wersen namhaft gemachtenVorrechte, daß sie gekommen sind zu dem Mittler desneuen Testaments, Zesu, und zu dem Blut der Bespren»gung, das da besser redet als Abels. Zu diesem Mittlerund Besprengungsblut, meine geliebtenZuhörer, mäßen wirauch durch Buße und Glauben gekommen seyn, wenn wiruns dessen mit Grund trösten und freuen wollen, daß diesegroßen Vorrechte der Christen, die sie in dem gegcnwär»tigen und zukünftigen Leben genießen und die zur wahrenGlückseligkeit ganz unentbehrlich sind, un° mit angechen. Wirmüßen Jesum nicht nur als Lehrer und Muster eines heili»gen Lebens ansehen, verehren und gebrauchen, sondern auchals Mittler zwischen Gott und uns, der sein Blut zur Ver»söhnung unsrer Sünden vergossen hat. Das ist die vor»nehmfte Seite, wovon er uns im Evangelio dargestellt wirdund von uns im Glauben angenommen werden muß, wennwir durch ihn Gott wohlgefällig, gerecht, heilig und seligwerden wollen. Wie sehr bedürfen wir ihn auch Alle alsMittler und Versöhner, da wir Alle Sünder sind, unsdurch unsre Sünden von Gott geschieden, schuldig undstrafbar, unrein und verwerflich vor ihm gemacht haben!Aber wie kann er unser Mittler seyn, wenn wir ihn nichtdazu begehren und annehmen, wenn wir unsre angeborneAbneigung vor Gott, unsre schweren Versündigungen widerihn mit Gedanken, Worten und Werken, mit Unterlassungdes Guten, das er uns befohlen, und Begehung des Bö»fen, das er uns in seinem Wort verboten hat, nicht er»kennen und bereuen, sondern uns einbilden, immer so gutgelebt zu haben, daß wir wohl vor Gott bestehen könntenund die Verdammniß, nicht erwarten dürften z oder keinVerlangen nach seiner Gemeinschaft haben und die Sündebeibchalten wollen, die uns ewig von Gott scheidet?
O daß doch mehr wahre Selbsterkenntniß und Be»