ten und der donnernde und gewaltige Jubelruf der Belagererdie Thatsache unbestreitbar machten.
„Wenlocks Fahne senkt," sagte Genvil, „und auf allenPunkten dringen die Bauern in die Verschanzungen ein-— Hier fand Feigheit oder Verrätherei statt — was ist zuthun?»
„Gegen sie anruckensagte Amelot, „den Platz wiedernehmen und die Gefangenen befreien."
„Vorrücken?" fiel der Fahnenträger ein, „nach meinemRath nicht eine Pferdeslänge. Jeden Nagel än unfern Brust-Harnischen würden ihre Pfeile zu finden gewußt haben, ehewir Angesichts einer solchen Menge den Hügel hinab kämen,und dann noch den Platz erstürmen — das wäre reiner Un-sinn."
„So geh' ein wenig vorwärts mit mir," sagte der Page,„vielleicht finden wir einen Pfad, auf dem wir unbemerkthinab steigen können "
Dem zu Folge ritten sie ein wenig vorwärts, um dieVorderseite des Hügels zu beschauen. Der Page suchte Gen-vil noch immer zu überzeugen, daß es wohl möglich wäre,während der Verwirrung unbemerkt hinab zu steigen; als derFahnenträger ungeduldig ausrief: „unbemerkt! Ihr seid be-reits bemerkt — hier jagt ein Bursche, so schnell sein Pferdnur traben kann, auf uns zu."
Während er so sprach, erreichte sie der Reiter. Es warein kurzer, dicker Bauer, in einer gewöhnlichen Friesjacke undgleichen Unterkleidern. Aus seinem Kopfe ruhte eine blaueMütze, die er kaum über die borstigen rothen Haare, die sichdagegen aufzusträubcn schienen, zu ziehen vermocht habenwürde. Seine Hände waren blutig, und an seinem Sattel-bogen hing ein linnener Beutel, der ebenfalls mit Blut be-