Druckschrift 
24 (1852) Die Verlobten
Entstehung
Seite
323
Einzelbild herunterladen
 

323

kS dahin gestellt sein lassen, ob Eurer rechten Erwartungentsprochen wird; allein ich bin ein ehrlicher Gcwerbsmannund mag für Dienste, die ich nicht leisten kann, keine Bezah-lung annehmen."

Allein ich frage dich noch einmal, weßhalb du dieses Amtnicht annehmen kannst oder nicht annchmcn willst," sagte derConstabel.Und wahrlich, du darfst wohl antworten, wennich ein solches Zutrauen in dich setze."

Wohl wahr, gnädiger Herr," sagte derFlamändcr;alleinmir dünkt, der edle Lord von Lacy sollte wohl fühlen, daßein flamändischer Weber kein geeigneter Beschützer für seineBraut ist. Denkt sie Euch in jenes einsame Schloß, untereinem so achtbaren Schutze, eingeschlossen, und überlegt, wielange wohl die Festung in diesem Lande der Liebe und derAbenteuer so einsam bleiben wird. Minstrels werden her-beieilen um in der Dämmerung unter unfern Fenstern Balla-den zu singen; und wir werden ein Harfengeklimper hörenmüssen, das unsere Mauern aus unfern Grundvcstcn würdereißen können, wie cs, nach der Erzählung der Priester,denen von Jericho ergangen ist. Wir werden so vieleirrende Ritter um uns haben, als je Carl der Große oderder König Arthur um sich hatte. Der Himmel erbarmesich meiner! Etwas weit Geringeres, als eine schöne undedle Einsiedlerin wie sie es nennen werden in einenLhurni eingemauert ist unter dem Schutze eines altenfiamändischen Webers würde im Stande sein, die halbeRitterschaft England's um uns zu sammeln, um Lanzenzu brechen, Gelübde zu schwören, Leibesfarben zur Schauzu tragen, und wer weiß was noch für Thorheiten zubegehen. Glaubt Ihr, daß solche Helden, denen das Blut

2l*