Zwölftes Kapitel.
— Des Leichen,nahleS Speisen warenNur kalte Gaben für den HochzeitStisch.
Hamlet.
Die religiösen Feierlichkeiten, welche auf das Leichenbe-gängniß Rapmond Verengers folgten, dauerten sechs Tageununterbrochen fort. Während dieser Zeit wurden, auf Ko-sten der Lady Eveline, Almosen an die Armen vertheilt, undalle diejenigen, welche durch den letzten Einfall gelitten hatten,reichlich unterstützt. Auch wurden sogenannte Leichenmahle,zu Ehren des Verstorbenen, gehalten; allein die Lady selbst,so wie der größte Thcil ihrer Umgebung, legte sich strengeFasten und sonstige Kasteiungen auf, — was die Normannenfür eine weit anständigere Art, den Verstorbenen zu ehren,hielten, als das den Sachsen und Flamändern bei solchenGelegenheiten eigene unordentliche Schmausen und Trinken-Der Constabet von Chester ließ indessen eine starke Ab-thcilung seiner Krieger unter den Mauern von Karste stolou-reuae zurück, um die Burg gegen irgend einen neuen Einfallder Walliser zu schützen. Mit seinen übrigen Truppen bracher, seinen Sieg benützend, auf, und verbreitete unter denBritten Furcht und Schrecken durch mehrere glückliche Streis-züge, die durch fast eben so schreckliche Verheerungen, als sonstdie der Britten, bezeichnet waren. Das Unglück der geschla-genen und den Ueberfällen des Constable preisgegebenen Feindeerhielt noch einen neuen Zuwachs durch die Zwietracht, dieunter ihnen herrschte; denn zwei entfernte Verwandte des