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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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Reise, Frau Großmama!" rief der jüngere Graf, derbei jeder Gelegenheit vorwitzig war und sich oft durchseine Handlungen in den Verdacht eines gefühllosenHerzens fetzte.

Er zog sein Schnupftuch aus der Tasche und trock-nete die Nasse des Steines damit auf.Dieß feuchteLuch," sprach er lackend,will ich der Alten zeigen,damit sie sich fromm und christlich zum Sterben bereite."Sein Bruder, ein edlerer Jüngling, mißbilligte die-ses Vorhaben, und bat ihn, die ehrwürdige Matronenicht zu kränken.Pah!" versetzte Jener,sie hatlange genug gelebt; sie kau» absegeln! Und ich lhue,was ich will, Herr Hofmeister!"

Mit dieser Hohnsprecherei faselte er aus der Kirche,und rächte den erhaltenen Verweis an dem Pferde sei-nes Bruders, das ein Reitknecht vor der Thüre hielt,durch einen kräftigen Peitschenschlag. Doch das mu-thige Roß schlug wieder, und er stürzte, von beidenHinterhufen vor die Brust getroffen, todt zur Erde.Seine Aeltermutter überlebte ihn noch drei Jahre.

Diese Anekdote erzählt ein gleichzeitiger Schriftsteller(ohne jedoch das gräfliche Geschlecht zu nennen) alsAugenzeuge, und setzte etwas einfältig hinzu:Sobaldder junge Herr entseelt darniederfiel, hörte der Steinauf zu schwitzen, und man will behaupten, daß dieGnade, wodurch betagtem Geschleckte die bevorstehen-den Todesfälle angezcigt worden, von nun an auf im-mer verscherzt worden sey."