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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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Wanderung war ei» neues Unterkommen bei einer Un-flaten Schau spielergesellschaft.

Allein er war kaum einige Wochen ihr Mitglied, sozerstiebte sie wie Spreu im Winde, und er sah sich nungezwungen, seinen Pilgerstab abermals weiter zu setzen.So trieb er sich einige zwanzig Jahre lang in derWelt umher, und hatte nie Muth und Selbstvertrauengenug, sich um einen Platz bei einer stehende» Bühnezu bewerben. Er ward endlich dieses Vagabundenle-bens so überdrüßiz, daß er sich aus Verzweiflung ent-schloß, in leine Vaterstadt, wo er vormals als Sekre-tär in Diensten stand, zurückzugehen, und lieber dortin einem ewigen Gefängnisse zu sterben, als länger mitHorde» sittenloser Menschen ohneHeimath herumzuziehen.

Als er diesen Entschluß faßte, war er von seinemGeburtsorte über hundert Meilen entfernt, und seineschwache Kasse nökhigte ihn, zu Fuß zu reisen. Den-noch machte er sich getrost auf de» Weg, und hatteschon die Hälfte desselben hinter sich, als er, der an-haltenden Strapatze ungewohnt und durch magere Kost-entkräftet, in eine Krankheit siel, die ihn sechs Wochenin einem Gasthofe aufhielt und den Rest seiner Baar-schaft aufzehrte. Er mußte, um den Wirth und denArzt zu bezahlen, seine besten Kleidungsstücke verkau-fen, und was er »och auf dem Leibe behielt, war soschlecht und verwittert, daß man ihn füglich für einenBettler ansehen konnte. Doch sank er nicht bis zumBettler herab, sondern schlich von einem Orte zum an-dern mit einem Stück trockenes Brod in der Tasche,und erreichte so seine Vaterstadt, die er in fast dreißigJahren nicht gesehen hatte.

Mit Thränen ging er durch's Thor. Alle Menschen,