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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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ten Flügel» einer weißen Taube. Er trug Tag fürTag einen kleinen silbernen Degen, einen großen Haar-beutel, und eine lange, bis nah' ans Knie reichendeUhrkette, mit einem ferntönende» Glockenspiele gvldnerPerlocke».

Sein von außen herrlich aufgeputzter Kopf war aberinwendig so hohl wie der glänzende Knopf eines Kirch-thurms, und ward auch von ihm wie ein leeres Gefäßin so fern behandelt, daß er ihn niemals bedeckte. Erbediente sich zu jeder Jahreszeit bloß eines flachen sei-denen Armhütchens. Regen, Schnee und Nordstürmewülheten gegen ihn vergebens. Sie hatten ihm un-geachtet er sonst in aller Betrachtung ei» schwacher Heldwar bis jetzt noch nicht den Entschluß abtrotzen kön-nen, sich mit einem Kopfhute zu versehen.

Er bemerkte'jedoch seit einiger Zeit, daß bei vielengalanten Herren, und unter andern auch bei seinemPräsidenten, der seidene Armhut im täglichen Leben fastganz verschwand. Nun erst hielt es der Modeaffe fürnothwendig, sich auch einen Filzhut anzuschaffen undbisweilen zur Abwechselung sein Haupt damit zu be-lasten.

Indem er mit diesem wichtigen Vorhaben schwangerging, trug ihn sein Weg von ungefähr bei der Kleider-bude vorbei, wo der gestohlene Biberhut, als ein vor-zügliches Kleinod des Waarenlagers, ganz vorn zurSchau ausgehängt war.

Ei, sieh doch, das ist ja gerade so ein Hut, wiedes Herrn Präsidenten von Zwinger Hochwohlgeborcnzu tragen geruhen!" sprach Herr Honig zu sich selbst; denn er war ein so schmiegsames und demuthsvollesRaupcnscelchen, daß er sogar in Gedanken und Selbst-