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Hand riß. Cr lief damit feldein, und forderte denHerrn von Karg von weitem auf, sie durch Entrichtungseiner Schuld einzulösen. Der Gepfändete schimpfte wieein Rohrsperling aus dem Wagen heraus, und nanntediese Selbsthülfe einen Straßenraub. Da er aber sah,daß er dadurch seine Peitsche nicht wieder bekam, sobeqnemte er sich zur Zahlung.
Kurz darauf mußte er eine noch größere Schuld —die Schuld der Natur — bezahlen. Seine arme Wittwesah sich im folgenden Winter gezwungen, den Landes-herrn um ei» Klafter Holz anzuflehen. Mit ihren Ber-mögensumständen unbekannt, hielt man sie für so arm,als sie sich in ihrer kläglichen Bittschrift geschilderthatte, und es ward beschlossen, ihr das begehrte Gna-dengeschenk zu ertheilen. Aber einer ihrer Bedienten,den sie auf irgend eine Art zur Rache gereizt hatte,machte es ihr auf eine boshafte Weise zu Wasser.
Er ging aus eigenem Antriebe, so gut als möglichgekleidet, zum Direktor des Holzwesens, und erkundigtesich im Namen der Frau von Karg nach dem Erfolgihrer Supplik.
„Wer ist Er?" fragte der Direktor.
Ich bin der Kammerdiener der Frau von Karg, ant-wortete der Bediente.
„Kammerdiener? — Nicht möglich! — Wie kameine arme Wittwe zu einem Kammerdiener?" —
Der Schalk lächelte hämisch.
„Worüber lacht Er?"
Daß Ew. Gnaden meine Herrschaft arm nennen, da-mit thun Sie ihr doch wahrhaftig sehr Unrecht! Siehat Rittergüter und Kapitale, und könnte wohl den gan-zen Holzhos zehn Mal auskaufen. —