Eilftcs Kapitel.
Eduard versuchte oft seinen Vater zu überreden, daßer ihn als seinen leiblichen Sohn öffentlich anerkennenund legitimiren lassen sollte; allein hierzu war der alteSünder durchaus nicht zu bewegen. „Es ist mir un-bequem," sprach er, „daß ich in meinem Alter nochüber einen Jugendstreich roth werden soll, und das wäreüberall, wo ich Dich als mein Kind zum erstenmal vor-stellke, unvermeidlich. Ich würde die Frage: warumich Dich so lange verläugnet und nicht eher, als inDeinen: zweiundzwanzigstcn Jahre aus dem Staube ge-hoben habe? auf jedem Gesichte zu lese» glauben. Die-sem stummen Tadel kann ich ja außweichen, und ihnsogar, ohne daß Du etwas dabei verlierst, in ein Lobverwandeln, wenn ich Dich in den Adelstand erhebenlasse und adoptire. Das wird man mir allgemein alseine großmüthige That anrechncn, und Du selbst ge-winnst dadurch an Ruhm und Achtung; denn diese frei-willige Vaterschaft ist in der That ein öffentliches Eh-rendenkmal, das ich Dir errichte. Der leibliche Sohneines Mannes von Stande zu sehn, ist kein wesentlichesVerdienst, sondern blos ein zufälliges Glück, und dieBürgerwelt hat daher nicht Unrecht, sich darüber auf-zuhalten, daß hier und da ein unnützer Mensch aufseine hohe Geburt übcrmüthig pocht und trotzt. —Wenn aber einem armen Jünglinge von niedriger Her-