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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
59
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Brests und von der Urkunde, die darüber abgcfaßt undin die Briefkammer niedergelegt worden war. Dominikbefahl, die Schrift zu holen. Ec hatte sich zwar schonvorher des Schloßarchivs bemächtigt, doch nur diejeni-gen Dokumente, auf welche Geld einzunchmen war, ansich gerissen, alle andere hingegen, die auf Ausgabenabzielten, liegen gelassen. So war denn auch Bertha'sStiftungsbrief noch vorhanden, und der Burgvogtbrachte ihn.

Bei Gott!" rief Dominik,dasselbe Blatt wurde mirvon dem Nachtgespenste vor die Augen gehalten!"

Der Alte zeigte ihm die Stelle, die auf ewige Zeitenalle Besitzer des Schlosses verbindlich machte, die Unter-thanen am ersten Mai zu speisen.

Was geht das mich an?" sprach Dominik.Ichbin nicht des Schlosses Besitzer."

Jetzt allerdings, Cw. Gestrengen!" erwiederte derBurgvogt.

Also meint Ihr wohl," sagte Jener,ich sey eben-falls schuldig. Eurem Volke einen Schmaus zu geben?

Ha! ha! ha! ein so einfältiger Tropf bin ich nicht!Der Sieger nimmt ein, der Besiegte gibt aus: das istKriegsregel, und weder Himmel noch Hölle sollen michdavon abbringen."

Der Burgvogt ging mit Achselzucken fort; der Gene-ral hielt die Sache für abgethan; allein schon am näch-sten Mittage ward er anders belehrt.

Er gab den Häuptern seiner SchaarEin fürstlich Gastgebvt,

Doch steh, bei seinem Teller tagEin grobes Sölvnerbrod.