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„Was über Gährung und Unruhe in unserm Distrikt dort inLuzern geredet wird, ist grundlos. Ich behaupte, daß seit demunseligen Aufstand in Unterwalden kein Distrikt in der ganzen Re-publik ruhiger gewesen, als der unserige. Einige wahre Vater-lands- und Volksfreunde, die gewiß am meisten zu dieser Ruhebeigetragen haben, leiten den Grund dazu daher, daß keiner vonden bei uns sogenannten „Herren" dem Volke nur einen Fingerbieten würde, etwas wider die neue Ordnung der Dinge vorzu-nchmen. Und ich glaube, diese täuschen die Republik weniger,als jene, welche immer von Gährung und Aufruhr sprechen, umsich durch diesen verabscheunngswürdigen Vorwand bei der Regie-rung nicht nur das Verdienst eines unerschrockenen Patriotismuszu erwerben, sondern sich dadurch ein Feld zu öffnen, andere Leutemit den gefährlichsten Nachstellungen zu verfolgen, die sie fürch-ten, weil sie von selben im Grund gekannt sind."
„ES lebe die Republik und jeder Staat, wo der rechtschaffeneMann zu allen Zeiten die Wahrheit reden darf!"
So urthcilte Reding; so noch einige Wochen nachher; aber amL8. April, dem letzten Sonntag dieses Monats, welcher sonst Tagder Landsgcmcinde zu sein Pflegte, brach der Aufruhr aus. Meh-rere tausend Landlente von den benachbarten Thälern und Bergen,alle in Hirtenhcmden, drangen bunt bewaffnet in erster Morgen-frühe von allen Seiten und in tiefer Stille gegen den HauptfleckenSchwyz, wo eine französische Besatzung von einigen hundert Mannlag. Diese ward anfgefordert, sogleich das Land zu räumen. DieEinwohner des Fleckens lagen noch im Schlafe; sie wurden vomGewehrfeuer in den Straßen aufgeweckt. Die Franzosen, über-rascht und übermannt, mußten sich zurückziehen und über den Seeschiffen. Ihrer viele wurden gefangen, und die Gefangenen miß-handelt, verwundet, ermordet. Dann erwählten die wilden Hau-sen der Sieger einen Ausschuß achtbarer Männer, das Werk zu