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32 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 5 (1854)
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4. Ludwig D a y,

Direktor und Senator der helvetischen Republik.

Die politische Denkart dieses Mannes, welcher in verschiedenenEpochen der Revolution einander ganz entgegengesetzte Rollenspielte, blieb lange Zeit ein Räthscl. Keine bedeutende Staats-verändcrnng ereignete sich, zu welcher er nicht die Hand bot. Wäh-rend ihn die Patrizier Berns, als einen Beförderer der Revolutionhaßten, stießen ihn die Commiffäre Frankreichs, als allzutrcucnSachwalter der Berner Aristokratie, ans dem Vollziehungsdirck-torium ; und er, welcher einer der ersten zur Einführung der Ein-'hcitsvcrfaffnng beigetragen, wirkte damals nicht wenig zur Ver-nichtung derselben.

Er war zu Bern im Jahre 174!> geboren. Sein Vater widmeteihn den Wissenschaften, und unter Anleitung desselben fing er schonim zwanzigsten Jahre an, Vor den Gerichtshöfen als Advokat ans-zntreten. Eine hinlängliche von schwerfälliger Pedanterie geläuterteRechtskundc, gepaart mit einem Hellen Blick in verwickelten Ge-schäften, die uneigennützigste Rechtschaffenheit in Führung derRechtshändcl, vorzüglich aber der Math, mit welchem er sichgegen jede Ungerechtigkeit erhob »nd jedem Unterdrückten die Handbot, erwarben dem neuen Anwalt in kurzer Zeit in der StadtBern und auf dem Lande allgemeines Zutrauen. Man kannte ihn,als eifrigen Anhänger und Verfechter der Souveränctät. der Stadt;aber eben so lebhaft sprach er auch für die auf konstitutionelleGleichheit gegründeten Rechte der gesammten Bürgerschaft, gegendie Bemühungen herrschlustiger Familie», welche den Weg zurUsurpation einer ausschließlichen Oligarchie anbahncn wollten.