229
9(6« btc S3cferbevmig, meldje jahrelange Trennung jttr golgehatte, mar für ^Brigittens lncid&geftfjaffene Seele eine iEobesmunbe.
9113 er enblid) fam, feinen 9lbfd)iebsbefuch ju machen — esmar beS -KtorgcnS, er, ben ©egen an ber ©eite, in fdjmarjen©iaatsflcibern — unb Sßrigitte ihn nor ihrem Simmer hörte,fprang fte in järtlicf;er SScrgineiflung auf, uerabfehiebete auf ber©telte ihren grifeur, unb ohne baran gubenfen, bap fte int ffJubersmantel mit langem gerftreutem fjaat feine liebensmürbige gigutmathe, trat fte betn neuen SegationSratf) entgegen.
©tefer fudhte nicht fle, fonbern @e. Sx-gelieng ben .§ertn @e=heimenrath, um, ber Gstifette gentäp, ftd) bet ihm guerfi gu be*Urlauben. 3Uit ttnoerhohfenem ©chntetg flog ihnt aber bie 93e=trübte gu, unb — fo gern er auch fein fdjmargeS jtteib gegen benfätbenben fßubermantel auper Söetührung gehalten hätte — es marumfonji — meinenb fiel ihm bie greunbtn, im ©etoanb fchnee*mteiper Uttfdjulb, an bie SBrtifi. @t mehrte ftdj mit Dieter .fpöflich-feit, mie ein ffiergmeifelter; bafür beftrich ih« bie Särtlidje nurbefio inannigfattiger mit ffJomabe unb Sltchlftaub, mährenb ihrlanges fpaar ihm halb auf biefer, halb auf jener ©chuttcr flatterte.
„SJtcin ©ott!" rief er in ber Stngft feines föergenS: „Sch be*fcpmöre ©ie — ich bin Simen unettblich — faffen @ie fich — fehen@ic hoch — ich »erjioeifle!" — Brigitte, melche biefe abgeriffe*nen StebenSarten für nichts meiter, als Sengen feiner eigenenffletriibnip nahm, marb nur um fo betoegter. „Sich," feufgte fte,„mir finb beibe ungli'icflich! 9lber, Dtoberich, es ift ein (Sott,eine (Smigfeit 1"
„©an; gut, theureS, befieS gräulein, aber ©ie machen-
„Diein, idj niadjc ©ie nicht elenber, OJobetidj, als ©ie michbttrdj Shre Stbreife."
©er gute Stoberid) mar fdjon gang fcf;ecficht gemorben. ©elbjiBrigitte, ba fte auf einen 9lugenbticf »ot ifjm jurüeftrat unb ihn