„Ja, Sir," erwiederte die Stimme, „alle Welt nennt michso, ja sogar Oberst Everard selbst. Dennoch heiße ich eigent-lich Spittal."
„Oberst Everard! Kommst du von ihm?" frug derjunge Lee.
„Nein, Sir; ich komme von Roger Wildrake Esquire vonSquattlcsea-mere, wenn's Ihnen beliebt," sagte der Knabe,„und ich habe ein Zeichen für Fräulein Aleris mitgebracht,das ich ihren eigenen Händen überreichen werde, wenn Sie,Sir, nur die Thüre öffnen und mich einlaffen wollen — dennich kann mich meines Auftrages nicht entledigen, wenn eine3 Zoll dicke Thüre uns trennt."
„Es ist gewiß ein Narrenstreich des betrunkenen Schlin-gels," sagte Albert mit leiser Stimme zu seiner Schwester, dieihm auf den Zehen nachgeschlichen war.
„Doch laß uns nicht vorschnell aburtheilen," sagte diejunge Dame; „in diesem Augenblick kann bas geringste Ver-sehen von Wichtigkeit sein. — Welches Zeichen hat mir dennHerr Wildrake geschickt, mein kleiner Knabe?"
„Ach, nichts von großem Werthe," erwiederte der Knabe,„aber er war so besorgt, daß Sie es recht bald bekommensollten, daß er mich von dem Fenster herabließ, damit ich nichtvon den Soldaten aufgehalten würde."
„Hörst du ?" sagte Aleris zu ihrem Bruder; mach' die Thüreauf, um Gotteswillen."
Der Bruder, der nun auch von ihrem Ahnungsgefühlergriffen worden war, öffnete eilig das Thor, und ließ denKnaben ein, dessen Gestalt, die einem angekleidejen Pavian,oder einem Affen auf einem Jahrmärkte nicht unähnlich sah,zu jeder andern Zeit zu ihrer Unterhaltung beigctragen hätte-Der mißgestaltete Bote trat unter tölpelhaften Verbeugun-