545
>
mit ihm und — aber halt, jetzt nicht — in's Gefängniß mitihm — bewacht ihn streng und knebelt ihn, wenn er es ver-sucht, zu entfliehen. — Nein, halt — ich meine, stellt ihmeine Flasche mit Branntwein in seinen Kerker, da wird er sichschon nach seiner Weise selbst knebeln. — Wenn die Zeit heran-kömmt, Erempel zu statuiren, so soll er auf meine Art ge-knebelt werden."
Während dieser verschiedenen sich widersprechenden Befehlesuchte der General augenscheinlich seine Hitze zu mäßigen; dennobgleich er wüthend ansing, so endigte er doch mit dem höhni-schen Lächeln eines Mannes, der die Frechheit seines Unter-gebenen mit Verachtung betrachtet. Dock blieb noch Etwasin seinem Gemüthe zurück; denn er verweilte aus einer Stelleunbeweglich, starrte mit den Augen auf die Erde und drücktedie geballte Hand gegen seine Lippen, wie in tiefem Nachden-ken versunken. Pearson, welcher sprechen wollte, zog sich zurückund machte den Anwesenden ein Zeichen, still zu sein.
Aber Mr. Holdenough bemerkte es entweder nicht, oderfand es nicht für gut, zu gehorchen. Indem er sich also demGeneral nahte, sprach er mit ehrfurchtsvoller, aber festerStimme: „Wenn ich Ew. Ercellenz recht verstand, so ist esIhr Wille, daß dieser arme Mann morgen früh sterben soll?"
„Ha!" rief Cromwell aus, indem er aus seinem Traumaufschreckte, „was sagst du?"
„Ich nahm mir die Freiheit, zu fragen, ob Sie befehlen,daß dieser unglückliche Mann morgen sterben soll?"
„Wer sagst du?" fruq Cromwell: „Markham Everard —ob er sterben soll, fragst du?"
„Gott verhüte!" erwiederte Holdenough, indem er zurück-fuhr. „Ich frug, ob dieses verblendete Geschöpf, Wildrake,schnell hingerichtet werden sollte?"
Woodstock. Z5