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19 (1852) Woodstock oder der Ritter
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den war. Nunmehr fühlte sie die entzückende Ueberzeugung,daß seine Tugend sein eigenes Werk, seine Ausschweifung aberein Fehler oder vielmehr ein Mangel an Erziehung, und dieFolge der verderblichen Raihschläge seiner Schmeichler sei.Aber sie wußte oder überlegte cs in diesem Augenblick nicht,daß in einem Boden, bei dem man nicht sorgfältig das Un-kraut ausjätete, cs den besten Samen überwachsen und ver-drängen wird, selbst wenn es dem Boden an und für sich durch-aus nicht zusagt. Denn wie Doctor Rochecliffe ihr später zurErbauung sagte und wobei er ihr nach seiner Gewohnheitversprach, den genauen Sinn bei anderer Gelegenheit zu er-klären, wenn sie ihn daran erinnern würde virtus rectoremclucemgus ckssiäerat; vitia sine inngistro ckiscnntur. (Die Tu-gend gebraucht einen Führer, das Laster lernt sich ohne Lehrer.)

Doch jetzt blieb zu solchen Betrachtungen keine Zeit übrig.Der gegenseitigen Offenherzigkeit durch eine Art geistiger Mit-theilung gewiß, wodurch man sich in schwierigen Umständenvielleicht besser versteht, als durch Worte, schien nun aus derUnterredung zwischen dem Könige und Alexis alle Zurückhal-tung und Planmäßigkeit verschwunden. Mit männlicher Offen-heit und zugleich mit fürstlicher Herablassung bot er der er-schöpften Alexis auf dem Wege nach Hause seinen Arm stattden des Doctor Rochecliffe an, und Alexis machte davon mitder bescheidensten Demuth, aber ohne einen Schatten von Miß-trauen oder Furcht, Gebrauch. Es schien, als habe die letztehalbe Stunde sie vollkommen mit ihrem gegenseitigen Cha-rakter ausgesöhnt, und als sei nun Jeder vollkommen von derReinheit und Offenheit des Andern überzeugt.

Unterdessen war Doctor Rochecliffe vier oder fünf Schrittezurückgeblieben; denn weniger gewandt und leicht als Alexis(die sich überdies noch auf den König stützte) war er außer