421
bietet vor den Folgen ihrer öffentlichen Verbrechen, glaubenSie dann noch, Mylord, daß wir cS ruhig ertragen werden?"
„Wenn Sie es sich vorgenommin haben, Streit mit miranzufangen," sagte der Prinz, «so sprechen Sie es zumal aus,wie es einem Edelmanne ziemt. Der Vortheil der Waffenist ohne Zweifel auf Ihrer Seite, aber deßwegen werde ichdoch nicht vor einem einzelnen Manne stieben. Wenn Sieaber geneigt sein sollten, Vernunft anzuhören, so sage ichIhnen mit ruhigen Worten, daß ich weder die Beleidigungerrathen kann, auf welche Sie anspiclen, noch begreife, warumEie mir den Titel Mylord geben "
„Sie läugnen es also, Lord Wilmot zu sein?" sagteEverard.
„Das kann ich ruhig thun," sagte der Prinz.
„Vielleicht nennen Sie sich Graf von Rechtster? Wirhaben gehört, daß Ihr Ehrgeiz nach einem solchen Titel vordem Könige der Schotten strebte."
„Ich bin weder ein Lord noch ein Graf, so wahr Gottmeiner christlichen Seele gnädig seie. Mein Name ist —"
„Erniedrigen Sie sich nicht durch unnöthige Lüge, Mylord,und zwar gegen einen Mann, der, wie ich Ihnen mein Wortdarauf gebe, die öffentliche Gerechtigkeit nicht auffordernwird, seinem guten Schwerte beizustehen, wenn er Ursachefinden sollte, es zu gebrauchen. Können Sie diesen Ring an-schen und läugnen, daß Sie Lord Wilmot sind?"
Er übergab dem verkleideten Fürsten einen Ring, welchenjener sogleich für den erkannte, den er an der Quelle in denKrug der Alexis geworfen hatte, als er unvorsichtig genugseiner augenblicklichen Galanterie folgend, einem schönen Mäd-chen, das er zufällig erschreckt hatte, einen kostbaren Edelsteinschenkte.