Die junge Dame berührte den Becher mit ihren Lippen,und gab ihn ihrem Vater zurück, der einen gewaltigen Schluckdaraus trank.
„Ich will nicht sagen, Gott segne sie," sagte der Ritter,„aber ich muß gestehen, daß sie gutes Bier trinken."
„Das ist kein Wunder Herr, sie kommen leicht zum Malz,und brauchen ihn nicht zu sparen," sagte Jocolin-
„Meinst du?" sagte der Ritter; „und, du sollst auch desScherzes wegen den Humpen leeren."
Der Diener zögerte nicht, auf das königliche Wohlsein denBecher zu leeren. Er verbeugte sich, stellte den Humpen wie-der hin und sprach, indem er einen triumphirenden Blick aufdas Bildwerk warf: „Ich habe eben mit diesem Rothrock einenStreit wegen des heiligen Michaels gehabt."
„Rothrock — ha! wo ist ein Rothrock?" sagte der heftigeGreis. „Streift noch einer von den Schurken um Woodstockherum? — Wirf ihn augenblicklich die Treppe hinab, Jocolin.
— Kennst du den Galgenstrick nicht?"
„Um Verzeihung, er hat hier Aufträge zu erfüllen, undwird schleunig abreisen. — Es ist der — mit welchem Ew.Gnaden in dem Walde einen Zweikampf hatte."
„Ja, und den ich ihm in der Halle zurückzahlte, wie duselbst sahst. — Ich war nie in meinem Leben so kampflustig,Jocolin. Dieser Bursche ist kein so ganz schwarzherzigerSchurke wie die meisten von ihnen, Jocolin. Er ficht brav
— sehr brav. Du sollst morgen in der Halle einen Gangmit ihm machen. Ich kenne deine Stärke auf ein Haar."
Er konnte das mit einiger Wahrheit sagen; denn es warJocolinS Art, wenn er aufgcfordert ward mit seinem Herrnzu fechten, wie es bisweilen geschah, dem Ritter nur denWoodstock. 21