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deiner Offenherzigkeit und bei deinem Vertrauen zu mir nichtszu fürchten. Ich kann ein guter Freund eines tapferen Sol-daten sein, wenn ich gleich den ganzen Tag mit ihm herumstritt. — Aber da stehen wir ja dem Jägerhause gegenüber."
Das Gebäude, welches der Soldat bemerkte, war im gothi-schen Stpl erbaut, hatte aber späterhin mancherlei Vergröße-rungen und Veränderungen erlitten, die der zunehmendeLuxus und die Laune der englischen Könige erheischte, wennste um ihrer Jagdlust zu fröhnen, zuweilen nach Woodstockkamen. Der älteste Theil des Gebäudes, von dem noch mancheSagen im Munde des Volkes lebten, hieß der Thurm derschönen Rosamunde; er war von beträchtlicher Höhe, hatteschmale Fenster und feste dicke Mauern. Der Thurm hattekeine Thüre, sondern war so eingerichtet, daß man von obenherunter gehen mußte. Der Sage nach war dieser Thurmmit dem Hauptgebäude in alten Zeiten durch eine kleine Zug-brücke verbunden, die man vom Wartthurnie des Schlossesaus, auf die Zimmer des Rosamunden-Thurmes herablaffenkonnte. Der Thurm des Schlosses aber war ungefähr zwan-zig Fuß niedriger als jener, und hatte eine Wendeltreppe,welche man die LiebeSleiter nannte, weil König Heinrich sieerstieg, wenn er vermittelst der Zugbrücke seine Geliebte be-suchen wollte.
Das Jägerhaus selbst war von beträchtlichem Umfange,und enthielt eine große Anzahl kleiner Höse, die von Ge-bäuden umgeben, die auf mannigfaltige Weise durch Thürenund Wendeltreppen und geheime Gänge mit einander verbun-den waren. Die einzelnen Theile des unregelmäßigen Ge-bäudes waren, wie Doktor Rochecliffe, der ehemalige Pfarrervon Woodstock zu sagen pflegte, ein herrlicher Schmauß fürden Alterthumsforscher der Architektur; denn sie enthielten
Wovdstock. I. 4