Druckschrift 
5 (1851)
Entstehung
Seite
330
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das bemoosete Gestein, und drückte, als fühlte sie einen heftigenSchmerz, auf ihre Brust beide Hände zusammen.

Nach einer guten Weile stand die Gemahlin des Freiherrn reuFalkenstein auf und sagte zum Ritter: „Nebcrantwortct uns anBern!! Wir sind bereit, Euch zu folgen." Ursula erhob sich undschwankte am Arm der Freifrau den Bergweg hinab. Gangolf botihnen vergebens seinen Arm zur Stühe. Sie lehnten ihn mit stum-mer Verneigung ab. Ihr verschlossener Mund hatte selbst auf seinehöflichen Fragen keine Antworten.

So erreichten sie mit langsamen Schritten endlich das Feld beiGöSgen, wo die Eidgenossen am Boden umhergelagcrt waren unddem fortwährenden Brand des Schlosses behaglich unter Trinke»,Lachen und Singen zusahen. Der Ring der hohen Burgmauernglich einem Ungeheuern Kessel, aus welchem fort und fort zwischenschwarzem Qualm Helle Flammen aufschossen und wieder verhülltwurde» von der weiten Aerwüstung, die sic jeden Augenblick ver-größerten. Durch die schmalen, ausgebrannten Fenster der Burg-gemächer leckten hin und wieder Feuerzungcn am grauen Gestein,als suchten sie auch von außen zerstörbare Stoffe. Drinnen bro-delte die Gluth hörbar in dem herabgcfallencn Balkenwerk undHolz der Dachböden, und durch den Riß der von Hitze geborstenenMauern quollen wcißgraue Rauchströlne. Plötzlich stürzte einer deralten Burgthürme mit betäubendem Donner zusammen und rißin seinem Fall einen Thcil der nördlichen Ringmauer mit sich zurErde. Rings zitterte der Boden vom Fall. Die ganze Gegendverschwand in Dampf, Staub und Rauch.

Gangolf befahl, zwei der aus den Schloßflällen WeggefährtenRosse zu satteln, und hob die Frauenzimmer hinauf, um sie ihreReise nach Olten und Bern unter kriegerischer Bedeckung fortsetzenzu lasse». Sie ritten von ihm ohne Gruß, ohne Wort, ohne Blick