Druckschrift 
5 (1851)
Entstehung
Seite
95
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Jscnhoscr nahm freundlichen Abschied von dem Jüngling, derihm in so kurzer Zei! durch schlichten und reinen Sinn thcuer ge-worden war; desgleichen rou dem alle» Rüdiger, welcher sich mitjugendlicher Raschheit aufs Pferd schwang, um iu Begleitung desSohnes die Hausgütcr zu besichtigen. Noch einmal ries Jscnhoscrsein Lebewohl, und ritt, während jene quer durch die Stadt trab-ten, links einen steile» Rain abwärts zum nahen Thor. Beimersten Schritt ans demselben betrat er sogleich eine lauge hölzerneBrücke, die ihn zum andern Ufer des AarstnsseS hinüberbrachte.

Eine Zeit lang ritt er längs grünen Borhügeln des Jura hin,bis der Weg seitwärts, durch eine geräumige Thalung und dasDorf Küttigen, in das Innere des Gebirges zog. Da sah er linksdie gewaltige Wasserflnc aus der Tiefe emporstcigen, an derengraue Kalkgipsel sich einzelne Tannen, wie zartes Ephcu schmiegten.Zu den Füßen des Berges hoben auf schroffen Felsen die Mauerndes Schlosses Königstciu im Buschwerk ihre Zinnen empor. Eraber verfolgte den steinigten Bergweg seitwärts um einen weiten,sumpfigen Grund zu den Höhen der Staffclegg, deren kahler Rückenvor ihm lag. Dann leitete er das Roß langsam die steile, vonRegengüssen zerfressene Straße aufwärts, wo er von droben, wenner zurückschante, zwischen einer Klüftung der nahen, dunkeln Ver-berge, das Helle Grün der Aarnser, die ser» im Svnneuglanzschwimmende Stadt, und im Hintergrund, wo Erd' und Himmelschieren, die weiße, ewige Wand erblickte, welche, von Schneeund Eis gebaut, große Länder und Völker von ungleichen Denk-arten und Sprachen sondert.

Er blieb mehrmals stehen, betrachtete mehrmals das Wundcr-bild, und hob stumm und unwillkürlich Antlitz und Blick und Händegen Himmel. Dann, als er die Höhe erstiegen hatte, sah er vorsich unter seinen Füßen ein stilles, ödes Thal, in der Ferne denweichen Umriß des Schwarzwaldgebirgs. Er ritt hinab zur Tiefe,