121
etwas übertriebene Frechheit, womit du die Prinzessin denganzen Abend angegafft hast."
„Bester Hauptmann oder Akoluthos oder wie Ihr es amliebsten Hort," sagte der Angelbritte, „treibt einen offenher-zigen Mann, der in allen Ehren der kaiserlichen Familie seineSchuldigkeit erweisen will, nicht aufs Aeußerste. Die Prin-zessin, Gemahlin des Casars und, wie ihr sagt, purpurfarbiggeboren, hat dennoch die Züge eines lieben Weibchens geerbt.Sie hat eine Geschichte verfaßt, über die ich mir kein Urtheilanmaße, weil ich nichts davon verstehe; sie singt wie einEngel; und um mit den heutigen Rittern zu reden — obwohlich deren Sprache gewöhnlich nicht rede — würde ich michgerne in die Schranken stelle» gegen jeden, der es wagte,die Schönheit oder die geistigen Anlagen der Prinzessin AnnaComnena herabzusetzen. Und hiermit, edler Capitän, Hab'ichalles gesagt, was Euch zu fragen und mir zu antworte» zu-steht. Daß es schönere Frauen gibt, als die Prinzessin, istkeine Frage; und ich frage um so weniger darnach, da ichselbst eine gesehen habe, die mir weit schöner als sie zu seinscheint; und somit lassen wir dies Gespräch ruhen."
„Deine Schöne, du unvergleichlicher Narr," sagte Achil-les, „ist gewiß die Tochter eines breitschulterigen nordischenBauern, der neben dem Bauerngut wohute, wo ein gewisserEsel zur Welt kam, der mit so großem Mangel an Urtheilbehaftet ist."
„Ihr könnt sprechen, was Euch behagt, Capitän," ver-setzte der Waräger; „denn das Beste für uns beide ist, daßIhr mich in dieser Sache nicht beleidigen könnt, da ich EuerUrtheil für eben so schlecht halte, als Ihr das meinige, unddaß Ihr eine Person nicht verkleinern könnet, die Ihr niegesehen habt; hättet Ihr sie aber gesehen, dann würde ich