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16 (1851) Die Braut von Lammermoor
Entstehung
Seite
177
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So von allen Seiten gedrängt, und gewissermaßen zurVerzweiflung getrieben, unterlag Luciens Gemüth der bestän-digen Anfeindung und Verfolgung. Sie wurde finster undzerstreut, und wandte sich gegen ihren Charakter und ihreGewohnheit oft mit Eifer und Heftigkeit gegen die, von denensie sich belästigt sah. Ihre Gesundheit fing an zu wanken, undihre hektischen Wangen und ihre unruhigen Augen bezeugten,daß ihre Lebensgeister von einem Fieber erschüttert würden.Dies würde die meisten Mütter zu Mitleid bewegt haben;aber Lady Ashton, die fest und entschieden in ihrem Vorsatzewar, sah dies Schwanken von Gesuniheit und Besinnungs-kraft mit keiner größeren Theilnahme an, als ein Ingenieurauf die Thürme einer belagerten Stadt hinblickt, wenn die-selben unter dem Feuer der Artillerie zu wanken beginnen,oder vielmehr sie betrachtete diese Verstimmung und Launen-haftigkeit als Zeichen von Luciens hinsterbendem Entschluß,so wie es der Fischer an dem Zappeln des angehakten Fischeswahrnimmt, daß er denselben bald landen könne. Um dieEntwickelung der Sache zu beschleunigen, bediente sich LadyAshton eines Mittels, das sich mit dem Charakter und demAberglauben jener Zeiten wohl vertrug, das aber der Leserwahrscheinlich verrucht und teuflisch nennen wird.

Die Braut von Lammermovr. II-

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