Druckschrift 
16 (1851) Die Braut von Lammermoor
Entstehung
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Mein lieber' Freund Peter, versetzte Tinto, ich sehe, Ihrseid nictzt zu bessern, jedoch ich bedaure Eure Verblendung, undwill Euch des Vergnügend nicht berauben, mein Gemälde zn ver-stehen, und zu gleicher Zeit einen Stoff für Eure Feder zu ge-winnen. Erfahret denn, das; ich letzten Sommer, während ichan der Küste von East-Lothian und Berwikshire Skizzen auf-nahm, in die Berge von Lammermoor verlockt wurde, weil manmir von den dortigen Alterthümern gesprochen. Was mich ammeisten dort in Erstaunen setzte, waren die Trümmer eines altenSchlosses, worin diesesElisabcthzimmer, wieJhr es nennt, einstbefindlich war. Ich blieb einige Tage in einem Pachterhause inder Nähe, wo die betagte Hausfrau mit der Geschichte desSchlosses und den daselbst vorgefallenen Dingen wohl vertrautwar. Eine von diesen Geschichten mar so seltsam und anziehend,daß meine Aufmerksamkeit getheilt wurde durch den Wunsch, diealten Trümmer als Landschaft zu zeichnen, und die seltsamen Vor-fälle, welche daselbst stattgefunden, in einem historischen Bildedarzustellen. Hier sind meine Notizen, sagte der arme Dick, einPäckchen loser Papiere haltend, die halb vom Pinsel beschmiert,halb von der Feder bekritzelt waren, so daß Spottbilder,kleine Thllrmchen, Mühlen, alte Spitzdächcr und Taubenschläg«mit den geschriebenen Denkwürdigkeiten um den Platz stritten.

Ich unternahm es jedoch, das wesentliche der Handschrift,so gut ich konnte, zu entziffern, und webte es in die folgendeErzählung, in welcher ich zum Theil, obwohl nicht ganz denRath meines Freundes Tinto zu befolgen suchte, mehr be-schreibend als dramatisch zu sein. Meine Licblingsneigunghat mich jedoch bisweilen überrascht, und meine Personen,gleich vielen andern in dieser Plauderwelt, sprechen dann undwann weit mehr als sie handeln.