Druckschrift 
15 (1851) Das schöne Mädchen von Perth
Entstehung
Seite
133
Einzelbild herunterladen
 

133

tersuchte, die er trug, und schwur, er wolle sich mit ihrem In-halte dafür entschädigen, daß seine Jagd gestört worden. Erriß heftig an dem Gürtel, den unterlegenen Strumpfwirker nochmehr durch sein gewaltthätiges Verfahren erschreckend, da ersich nicht die Mühe nahm, die Schnalle zu lösen, sondern zerrte,bis der Riemen riß. Offenbar aber enthielt sie nichts nachseinem Geschmack. Er warf sie verächtlich weg und ließ zugleichden abgesetzten Ritter aufstehen, während er selbst seinen Klepperbestieg, und nach Olivers Gefährten sah, die sich jetzt näherten.

Als sie ihren Abgeordneten fallen sahen, hatten sie gelacht;so sehr hatte die Prahlerei des Strumpfwirkers seine Freundezum Scherze geneigt gemacht, als sie, wie sich Harry Schmiedausdrückte, ihren Oliver einem Roland begegnen sahen. Alsman aber sah, wie des Strumpfwirkers Gegner über jenenherfiel und ihn in der beschriebenen Weise behandelte, konntesich der Waffenschmied nicht länger halten-Mit Erlaubniß,guter Meister Bailie, ich kann's nicht mit ansehen, daß unserMitbürger geschlagen und geplündert wird, und vielleicht vorunfern Augen ermordet. Das betrifft unsre gute Stadt; undwenn es des Nachbars Proudfute Unglück ist, so ist's unsreSchande. Ich muß ihm zu Hilfe."

Wir Alle wollen ihm zu Hilfe kommen," antworteteBailie Craigdallie;aber schlage Keiner zu ohne mein Geheiß.Wir haben mehr Fehden vor uns, wie zu fürchten steht, alsKraft, sie zu gutem Ende zu bringen. Und daher befehl' ichEuch Allen und besonders Euch, Harry vom Wynd, im Na-men der guten Stadt, daß Ihr keinen Hieb außer zur Noth-wehr thut." Sonach rückten Alle miteinander vor, und dasErscheinen einer solchen Anzahl vertrieb den Räuber von sei-ner Beute. Er stand indeß, um sie zu betrachten, in einigerEntfernung, gleich dem Wolf, der, obwohl er sich vor den